Historie

Ein Blick in die Geschichte Hirschbergs zeigt, wie eng die Entstehung des Ortes mit der Gründung der Kirchengemeinschaft verbunden ist (dem Jubiläumsheft 50 Jahre Gesangsverein entnommen):

"Die Vorliebe der christlichen Missionare, bei oder in der Nähe der ehrwürdigen Kultstätten Kapellen zu errichten, ist wohl der Grund für den Standort und verhältnimäßig frühen Bau des Hirschberger Gotteshauses gewesen. (Vergl. Lubentiuskapelle in Reckenfort und St. Peter bei Diez). Ein untrüglicher Zeuge für das hohe Alter dieser Kirche ist die aus dem Jahre 1409 stammende Glocke, die heute den Turm der neuen Kirche ziert. [...]

Die oben erwähnte Kapelle stand auf dem Gelände des heutigen Pfarrgartens und des oberen Teiles des Friedhofes. Wegen Baufälligkeit mußte sie 1841 geschlossen und abgerissen werden. Bis zur Erbauung der neuen Kirche (1892) wurde der Gottesdienst im Schulsaal abgehalten.[...]

In den beiden ersten Jahrhunderten des Bestehens des Kirchspiels gab es noch kein eigenes Pfarrhaus. Auf den Antrag des Pfarrers Engel i. J. 1619 traf die Regierung folgende Entscheidung: 'Der Gemeinde wird freigestellt nach Eppenrad zu gehen oder ein Pfarrhaus in Hirschberg zu bauen. Im 1. Falle sollten sie aber doch alle ihrem Pfarrer schuldigen Gefälle entrichten.' Sie entschlossen sich, ein Pfarrhaus zu bauen und baten nur um eine Holzsteuer. Wegen der kriegerischen Zeitläufe (30 jähr. Krieg) mußte zunächst der Pfarrhausbau unterbleiben. Der Mangel an einer Dienstwohnung mag wohl auch der Grund gewesen sein, daß die hiesige Pfarrstelle von 1632-1752 unbesetzt bliebt. Erst unter Pfarrer Müller, der 1752 hier eingesetzt wurde, ist der Neubau des Pfarrhauses erfolgt."

 

Kirchenbau 1891 (der Schulchronik entnommen)

"In diesem Jahre wurde der Bau der lang ersehnten neuen Kirche begonnen. Am 6. April geschah der erste Spatenstich, am 16. April wurde der Eckstein durch Herrn Pfarrer Kurtz recht feierlich geweiht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Mai und wurde in erhabener Weise gefeiert.
Das ohnehin reizend gelegene Dörfchen Hirschberg prangte in diesem Tage im feierlichsten Festschmuck. Böllerschüsse am Abend vor dem Feste, am Morgen des Festtages und während dem Feste verkündeten die hohe Bedeutung des Tages. Mittags 2 Uhr bewegte sich der Festzug: Schulkinder, Sänger, die Herren Geistlichen, Kirchenvorsteher, Baucommission, Baumeister, Bauunternehmer, Bauleute, Festgäste und Gemeinde, vom Schulhause aus nach dem Bauplatze. Eine große Menschenmenge war durch das seltene Fest zusammengekommen.

Mit dem Vortrag des Liedes „Mit dem Herrn fang alles an“ eröffnete der Sängerchor die Festfeier. Auf die ergreifende Predigt des Ortsgeistlichen erfolgte die feierliche Einweihung des Grundsteins. Nach Verlesung der Urkunde wurde dieselbe, sowie Schlüssel der alten Kirche, einige Baupläne, mehrere Zeitungen, verschiedene Münzen in die Casette eingelegt und diese dann zugelötet. Währenddessen trugen die Schulkinder der Feier entsprechende Gedichte recht schön vor zu Freude aller Anwesenden. Nun folgten die Hammerschläge begleitet von sinnvollen Sprüchen.

Nachdem die Sänger den Choral „Allein Gott in der Höh“ vorgetragen, wurde der Grundstein, in den die Casette eingelegt, geschlossen und zugemauert. Nach dem Schlußgebet sang die Festversammlung: „Lobe den Herrn!! und nach dem Segen: „Ach bleib mit deiner Gnade...“ Die Festteilnehmer trennten sich unter der frohen Hoffnung, nach glücklich vollendetem Kirchbau auch der Einweihung der neuen Kirche beiwohnen zu können.

Die neuen Glocken wurden am 30. Juni 1892 aufgehängt. Am 19. September kam die Orgel hier an und wurde von dem Erbauer, Herrn Weiggle aus Stuttgart aufgestellt, intoniert, gestimmt und von Herrn Seminarmusiklehrer Zanger-Afingen revidiert und sehr gut geheißen."

Am 6. Oktober wurde die Kirche durch Herrn Generalsuperintendenten in Gegenwart des Herrn Regierungspräsidenten, vieler Herrn Geistlichen, Lehrer, des Baupersonals, der Gemeinde und vieler Auswärtigen, eingeweiht.

 

Rede des Architekten Ludwig Hofmann zur Einweihung der Kirche in Hirschberg

Als Erbauer dieser Kirche wird mir die Ehre zu Theil, behufs Weihe dieser Stätte den Schlüssel zu überreichen.

Ich thue dies mit Dank gegen Gott erfülltem Herzen.

Wenn es auch ein fast unscheinbares Kirchlein ist, was hier erstanden, vielleicht nicht einmal beachtet von dem vorüberziehenden Wanderer, welcher drunten über dem Lahnspiegel den herrlichen Dom erschaut, so ist es doch eine gar mühevolle Arbeit gewesen, welche nunmehr ihren Abschluß gefunden hat.

Wie manchmal bin ich diesen Berg hinangestiegen mit dem Seufzer: „Ach Herr, hilf!“

Und der Herr hat geholfen und doch noch alles wohl gemacht. Gebe Gott, daß von dieser Kirche nun auch gesagt werden kann:


Hier ist nichts anderes, denn Gottesstadt,
hier ist die Pforte des Himmels.
Das ist mein Wunsch, Gott walt's!

 

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