Die Geschichte Hirschbergs

(in Teilen entnommen aus dem Jubiläumsheft des 50-jährigen Bestehens des Gesangsvereins)

"Wer von den Höhen des mittleren Westerwaldes oder des Einrichs seine Blicke lahnwärts schweifen lässt, sieht aus der Landschaft der unteren Lahn einen wuchtigen, tannengekrönten Bergkegel emporragen. Dieser Berg wurde in alten Zeiten Hirtzberg und erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts Höchst genannt. Der Name des Berges wurde dann auf das am Fuße seines Ostabhanges wohl zur Zeit der fränkischen Herrschaft gegründete Dorf übertragen.

Wenn wir im Buch der Geschichte noch einige Jahrhunderte zurückblättern, so finden wir, dass unsere engere Heimat vor den verschiedenen germanischen Volksstämmen von den Kelten besiedelt war. Sie lebten von der Jagd, dem Ackerbau und der Viehzucht. Ihre hölzernen Wohnhäuser wurden längst vom Zahn der Zeit zernagt. Sie haben uns aber Zeugen ihres hohen Kulturstandes hinterlassen. Es sind die zwei Hünengräber-Keltengräber, die im Jahre 1896 geöffnet wurden und wichtige Funde (Waffen, Schmuck, Gefäße) enthielten. Ein weiterer Hinweis auf die keltische Besiedelung ist die am Anfang unserer Jahrhunderts an dem alten Weg nach Isselbach aufgedeckte Eisenschmelze.

Wenn wir die Frage nach der Gründungszeit unseres Dorfes beantworten wollen, so kann dies nur im Zusammenhang mit der Errichtung der alten Kapelle geschehen. Diese ist nachweisbar um 1400 erbaut worden. Die Vorliebe der christlichen Missionare, bei oder in der Nähe der ehrwürdigen Kultstätten Kapellen zu errichten, ist wohl der Grund für den Standort und verhältnismäßig frühen Bau des Hirschberger Gotteshauses gewesen. Das Dorf selbst, das im Jahre 1395 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird, ist wohl einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte früher entstanden.

Wie aus einem Bericht des Landesschultheiß Veit Priester aus Isselbach vom 07.02.1630 hervorgeht, umfasst das Kirchspiel Hirschberg ursprünglich

1.) das Dorf Hirschberg
2.) eine Gasse oder 3 Höfe zu Stallhofen aus dem Trierschen
3.) die Ettersdorfer Trierschen Untertanen
4.) die Isselbacher.

Über den wirtschaftlichen Stand des Dorfes um 1800 gibt Pfarrer Streubing folgenden Bericht: "Alle Gebäude des Ortes, 62, sind mit 6510 fl. assekuriert. Die Dorfgemarkung machen aus: 234 Morgen 56 Ruthen Ackerland, 105 Morgen 129 Ruthen Wiesen und 4 Morgen unbrauchbares. Es wachsen hier alle Sorten von Getreide, auch Obst von aller Art, welches letztere nicht selten sehr gut geräth. Besonders hat das Dorf in seiner Gemarkung sehr schöne ihm eigne Waldung, somit es sich auch von seinen Gemeindeschulden gerettet hat. Die Stallfütterung ist hier wie im ganzen Diezischen durch den Anbau von Klee eingeführt. Hier ist der Viehstand dermalen 2 Pferde, 3 Füllen, 21 Zugochsen, 44 Kühe, 25 Rinder, 30 Schweine."

Seit dieser Zeit hat sich der Obstbau ständig vermehrt und verbessert, so dass sich die Gemeinde rühmen kann, gegewärtig im Unterlahnkreis zu den erfolgreichsten auf diesem Gebiet gezählt zu werden. Dieser Ruf wird bedingt durch die günstige Lage des Dorfes in einer nach Süden geöffneten und nach Norden und Osten durch Hochwald geschützten Mulde.

Gegenwärtig (Stand: 1959 A.d.R.) ist die Gemarkung 252,14 ha groß. Davon sind 93,66 ha Wald, 117,57 ha Ackerland, 35,63 ha Wiesen, 5,28 ha Ortsbering. Außer der Kirche sind 58 Wohnhäuser vorhanden. Die derzeitige Einwohnerzahl beträgt 274. Die Haupterwerbsquelle ist die Landwirtschaft. Es gibt zur Zeit 40 landwirtschaftliche Betriebe. Die meisten sind Nebenerwerbsbetriebe, denn die Inhaber sind als Arbeiter an der Bahn, im Kannenbäckerland, im Staats- und Gemeindewald sowie als selbständige Handwerker haupt- und nebenberuflich tätig. An Handwerkern und Gewerbetreibenden sind zu verzeichnen: 1 Brenner, 1 Schuhmachermeister, 1 Schmiedemeister, 2 Lebensmittelgeschäfte, 2 Gastwirtschaften, 1 Spielwarenfabrik, 1 Textilwarenhändlier, 1 Geflügelfarm, 1 Genossenschaftsstelle, 1 Nebenstelle der Nassauischen Sparkasse.

Vergleichen wir den Viehbestand - 5 Pferde, 171 Rinder, 302 Schweine, 15 Ziegen - mit dem vor 150 Jahren, so können wir eine große Veränderung feststellen. An die Stelle der Pferde und Zugochsen sind in neuester Zeit 11 Traktoren getreten. Ein weiterer Beweis für den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Dorfes sind die 25 Autos und 35 Motorräder und Mopeds.

Der wirtschaftliche Umschwung in unserem Jahrhundert wurde eingeleitet durch den Bau der Wasserleitung (1921) und zugehörigen Pumpstation (1925), der elektrischen Lichtleitung (1922), durch die Konsolidation (1924) und den Schulneubau (1928). Die Baumaßnahmen der Nachkriegszeit tragen im besonderen Maße zur Verschönerung des Dorfbildes bei: Kanalisation und Erneuerung der Ortsstraßen (1950-1955), Bau des Gemeindehauses (1952), Ausbau und Befestigung der Feld- und Waldwege."

 

Für neuere Informationen und wie es um Hirschberg heute steht, schauen Sie sich doch gerne unter dem Punkt "Gemeinde" des Hauptmenüs um. Falls Sie weitere Details zur geschichtlichen Entwicklung Hirschbergs wünschen, finden Sie den kompletten Text im 50-jährigen Jubiläumsheft des Gesangsvereins.

 

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